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Seine Depression und ich

20.05.2014 - Loslassen erlernen

Er hat sich gemeldet.
Er hat mittelschwere Depressionen und bekommt nun Medikamente.

Ist das schon wieder so lange her? Erstaunlich.

Gestern kam die SMS, bzw. Whatsapp-Nachricht.

"Guten Morgen.

Ich habe dieses Wochenende sehr viel nachgedacht und ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass es besser ist, wenn du mich los lässt. Wir beiden werden nicht glücklich miteinander werden. Es tut mir leid, aber ich denke, es ist besser so."

Ich bin so hin und hergerissen.
Seit wir keinen Kontakt mehr hatten, ging es mir auf der einen Seite irgendwie besser. Ich leistete mehr in der Berufsschule und auf der Arbeit.

Ich vermisse ihn. Ich denke, wir können glücklich werden und, dass wir irgendwie zusammengehören. Natürlich kann mich da mein Herz auch täuschen. Aber so fühle ich es im Moment.

Ich sehe, er ist online bei whatsapp...
ich bin dementsprechend auch online... und ja... ich schaue nur auf mein Display, um zu sehen, ob er online ist.


22:34 online
22.38 offline
22:39 online
22:41 offline
...

Ich sehe wieder und wieder unseren Bilderverlauf durch.
Da war so viel Gutes!

Ob er vielleicht auch nur online kommt und sich unsere Bilder oder Nachrichten anschaut?

Ich glaube ich bin naiv, oder?


Es tut mir weh.
Ich versuche ihn los zu lassen. Ich tu mich darin sehr schwer.

Vermutlich sollte ich loslassen.
Wenn ich es gerade klar sehen kann, dann bin ich mir sicher, dass ich loslassen muss und es, selbst, wenn er nun zurück wollen würde, nicht gut gehen kann. Er hat mich zu sehr verletzt, als dass ich wieder Vertrauen fassen könnte, oder?

Mein Herz sehnt sich noch nach ihm. Ich fühle mich monoton.
Ich treibe mein "Projekt" Minimalismus weiter voran und entsorge, verschenke, verkaufe alles, was ich nicht unbedingt brauche.

Mein Herz tut weh und ich versuche ihn ziehen zu lassen.

20.5.14 23:26, kommentieren

Dienstag, den 13.05.2014 - in Trenzalore

Ich habe lange nichts mehr gepostet.
Sorry dafür.
Es ist so viel passiert - und Vieles davon tut mir weh. Ich wünschte ich könnte es verdrängen.

Florian war ja in der sächsischen Schweiz zum Klettern. Am Montag ist er dann zu mir gekommen - als Ausgleich dafür, dass wir kein Wochenende hatten. Das hat mich total gefreut!

Am Montag Abend haben wir uns also seine Filme angeguckt, ich habe ihm zugehört, wir hatten eine absolut tolle Zeit. Es war so unbeschwert.
Ich war sehr, sehr glücklich.
Wir haben viel gekuschelt und wir hatten richtig guten Sex.
Aus irgendeinem Grund - der mir immernoch verborgen ist - war mein erster Gedanke nachdem wir mit einander geschlafen haben ''Das war doch mal toller, letzter Sex''.

In der Nacht haben wir Arm in Arm geschlafen.
Als um 5:45 Uhr mein Wecker geklingelt hat und ich aufstehen wollte, zog mich ein noch schlafender Florian an sich.
Nachdem er mich so lange so oft zurückgewiesen hatte genoß ich diese Zuneigung und kuschelte mich für weitere 30 Minuten fest an ihn und genoss seinen Geruch, seinen Anblick.
Gott, dieser Mann riecht so lecker! Und er sieht so gut aus, schmeckt so lecker und fühlt sich gut an.
Ich könnte ihn den ganzen Tag streicheln, nur um seine Haut spüren so können.

Als er aufwachte, hatte ich ihm schon Wasser für seinen Kaffee gekocht.
Ich musste bereits los als er aufstand.
Ich gab ihm einen leidenschaftlichen Kuss, sagte ihm, dass ich ihn liebe. Er erwiederte beides.

Am Dienstag, also an diesem morgen, hatte ich meinen Röntgentermin für meinen gebrochenen Fuß.
Das Ergebnis ist, dass dieser gut verheilt und sich neuer, heiler Knochen bildet.
Ich werde meinen Gipsschuh nur noch für rund 2 Wochen tragen müssen und in 5-6 Wochen dürfte ich wieder mit leichtem Training beginnen dürfen.

Was für ein toller Tag! Mein kaputter Fuß verheilt, mein Freund hat wieder ein Hoch und war absolut zauberhaft.
Ich sprang (so gut mir das eben möglich war) pfeiffend Richtung Arbeit.

Wie es heutzutage leider bereits Gewohnheit ist, checkte ich unterwegs, ca 300 m von meinem Betrieb entfernt, nochmal meine Mails und Nachrichten, zumal ich auf Arbeit mein Handy ja nicht nutzen kann/darf.

Florian hatte mir eine Mail geschrieben.

Sie begann mit:

''Hallo Schatz,''

Darauf folgten Sätze, dass er Mittwoch doch nicht zu mir kann, und er dumm war das zu sagen, und dass er sich trennt.

Mein Springen und Pfeifen hörte Augenblicklich auf.
Ich zitterte am ganzen Körper.
Schon wieder ein Tief? Woher kam das? Und wieso? Was war passiert seit vor 2 Stunden?
Es war doch alles so schön?!

Ich rief seine Schwester an, weil ich mir Sorgen machte, dass irgendetwas schwerwiegendes vorgefallen sein musste, dass er so schnell in seiner Stimmung kippt.
Ans Handy ging er bei mir nicht und auch sonst reagierte er null.

Seine Schwester hatte nach einer Weile Erfolg.

Ich konnte später dann mit ihm reden. Er war absolut nicht gut drauf.
Vielleicht lag es daran, dass sein Arzttermin, also der Termin beim Psychiater, nur noch eine Woche entfernt war?

Er sah wieder nur Schmerz, nur Dunkel, er konnte mich nicht lieben.
Das kannte ich schon. Ich wollte das nicht. Ich will ihn nicht in dieser Dunkelheit!! Komm doch zu mir ins Licht, mein Schatz.
Er kann nicht. Ich weiß, dass er es nicht kann. Es tut mir weh.

Die folgenden Tage war ich wieder extrem vorsichtig im Kontakt mit ihm.
Ich zerbrach in jeder Minute in tausend Stücke vor Schmerz.
Er war so weit weg und ich konnte ihm nicht helfen. Er ließ mich absolut nicht an sich ran.

Er schrieb mir, dass er mich liebt, es aber nicht richtig kann.

Ich versuchte ihm zu zeigen, wie viel Hoffnung ich habe, und dass ich verstehe, dass er das nicht sehen kann, ich aber solange für uns beide hoffen und lieben würde.

Ich versuchte ihm klar zu machen, dass er auf dem Weg, den er nun anfangen wird zu gehen eine Stütze brauchen wird, jemanden der ihn versteht. Er und ich wissen, dass ich die einzige Person in seinem Leben bin, die dazu im Stande ist.
Ich sagte ihm, dass ich bereit bin ihn durch dick und dünn zu begleiten und immer für ihn da zu sein, wie ich es bisher war, er aber mit dieser doofen Schlussmacherei aufhören soll.

Er sollte es sich bis zum Wochenende überlegen.

Am Freitag bekam ich folgende Nachricht von ihm:

'' Hallo du wunderbarer Engel (1),

ich hoffe, du verzeihst mir diese Bezeichnung, aber genau das bist du.

Ich bin wie gelämt. Du möchtest, dass ich heute mit Sicherheit weiß, was ich will. Du willst, dass ich sehe, wie sehr du mich liebst und wie sehr du mir helfen kannst.
Das sehe ich durchaus, aber ich sehe auch den Schmerz und die Ängste, die ich mit uns assoziiere. Ich brauche Zeit.
Ich muss mich voll und ganz auf dich einlassen - aber genau das fällt mir gerade so unendlich schwer.
Du hast gestern gesagt: "Ich weiß, dass du viele Dinge nicht kannst und du machst es trotzdem.''
Genau das wäre wieder der Fall, wenn ich heute einfach zu dir zurück kehren würde.
Bitte gib mir etwas Zeit.
Ich muss es selber fühlen. Gib mir bitte die Chance dazu - ansonsten drehen wir uns nur wieder im Kreis.

Ich liebe dich."

(1): Er hat seine erste Freundin, mit der er 12 Jahre zusammen war, Engel genannt. Und die Frau mit der er diese Freundin betrogen hat, nannte er auch Engel. Deshalb war es mir immer sehr unangenehm, wenn er mich auch so nennen wollte. Ich kann und will keine der Beiden ersetzen.


Eine wirklich schöne Nachricht, oder?
Ich sagte ihm, dass ich nicht weiß, wie lange ich warten kann, es aber versuchen werde.

Innerlich hatte ich so die Zeit bis Ende des Wochenendes im Sinn. Immerhin hatte ich schon so oft auf ihn gewartet. Er hatte mir schon so oft gesagt, er würde über uns nachdenken und so.

Am Sonntag trafen wir uns, spät abends. Er war immer noch so übel drauf. Wir saßen im Dunkeln auf dem Spielplatz und redeten.
Ich bin mir sicher, dass er mich liebt. Absolut sicher. Ich weiß aber auch, dass er es nicht immer fühlen kann und dass es ihn sehr stört, dass er mir nicht der Freund sein kann, den ich seiner Meinung nach verdiene.

Ich glaube man muss in seinem Leben Prioritäten setzen.
Meine lagen immer bei den Menschen, die ich liebe. Ich bin pure Emotion und extrem emphatisch. Das kann ich gut.
Ich mag es nicht, wenn man Menschen alleine lässt, wenn es schwer wird.

Flo und ich waren gerade mal ein halbes Jahr zusammen. Wir haben noch nicht viel positive Zeit haben können, aus deren Erinnerungen wir jetzt zehren könnten.
Aber okay, dachte ich mir. Dann kommen halt erst die schlechten Zeiten und dann die Guten. Wenn wir das durchstehen, dann kann uns nichts mehr auseinander bringen.

Ich möchte nicht Teil dieser Wegwerfgesellschaft sein, die Menschen vergisst und abhakt, wenn sie nicht funktionieren.
Menschen sind doch keine Socken, oder ein defekter CD-Player.

Wir einigten uns auf Dienstag. Weil dann sein Termin war.
Ich würde zu dem Termin kommen und dann könnte er mir sagen, ob er den Weg mit mir gehen möchte oder ohne mich.

Am Montag Abend spürte ich seine Entscheidung und schrieb ihm einen 4 Seiten langen Brief.

Heute, gegen 12:00 Uhr bat er mich nicht zu dem Termin zu kommen.
Er könnte nicht. Es ist ihm gerade alles zu viel und er müsse erst einmal sein Leben wieder hinkriegen.

Ich wusste es.
Ich weiß, dass er es gerade nicht kann und habe versucht ihn dazu zu bringen es doch zu tun - mein Fehler.
Ich nahm den Brief, mein Kuschelkissen, das nach mir riecht, einen Riegel seiner Lieblingsschoki und wartet 45 Minuten auf ihn vor der Praxis.

Ich nahm ihn in den Arm und fragte ihn:

" Lohnt es sich auf dich zu warten?"
Er sagte mir er wisse es nicht.

Ich versicherte ihm, dass ich ihn liebe und mir sicher bin, dass er der Richtige für mich ist. Ich würde für ihn da sein, als Freundin, bis es ihm besser geht, ihn nicht aufgeben werde, weil er stark ist und ich immer für ihn da bin.
Auf dem Briefumschlag habe ich ihm geschrieben, dass er einen Gutschein für eine Brücke hat. Eine Brücke zu mir, damit er immer wieder zu mir zurück kommen kann.

Das Kissen, falls er mich vermisst. Und noch 2 andere Dinge, die für uns eine besondere Bedeutung haben.

Ich bat ihn uns nicht aufzugeben. Er versprach mir das nicht zu tun.

Ich bin wieder zu Hause. Er ist bei dem Termin. Seine Schwester ist mit ihm mitgegangen.

Ich warte seither auf eine Nachricht, was die Diagnose des Arztes ist. Sein Termin war vor ca. 1 1/2 Stunden. Klar kommt noch etwas Wartezeit dazu.

Er hat mir versprochen, dass er mir sagen wird, wie es war.

Ich hoffe er meldet sich.




Wie ihr also lesen könnt hat sich bei mir wieder einiges getan.
Ich weiß nicht woher ich im Moment die Kraft nehmen soll.
Ich sehne mich so sehr nach ihm. Ich vermisse ihn unendlich.
Es war so schwer ihn zu sehen und nicht zu küssen.
Aber damit würde ich ihm im Moment nicht helfen.
Wenn ich wirklich für ihn da sein will, und ihn wirklich liebe, muss ich für ihn da sein, wie er es gerade braucht und kann. Und mit Beziehungskram ist er gerade überfordert.

Wer von euch kennt Doctor Who?
Das ist so ein bisschen unsere Serie. Er ist mein Doctor und ich sein Impossible Girl. In Trenzalore befindet sich das Grab des Doctor - ein Zeitlord.
Dort würde er sterben, wenn das impossible girl nicht wäre.
Sie sprang in den Zeitvortex und zerteilte sich auf alle Zeitlinien des Doctors um ihn auf jeder einzelnen immer wieder zu retten.

Genau das mache ich, seit ich Florian kenne. Ihn retten. Immer und immer wieder.

Das tut manchmal weh. Manchmal tut es sogar oft weh.
Jedoch ist der Schmerz nichts im Vergleich zu den Qualen, die ich spüre, wenn er mich verlassen will.

Vorallem ist sein Grund, mich ständig verlassen zu wollen, dass er nicht will, dass ich unter ihm leide. Weil er mir nicht die Liebe geben kann, die er gerne würde oder sollte, er zu problembelastet ist.

Das alles nehme ich doch gerne in Kauf, wenn er mich nur mit sich gehen lässt. Ich bin so stark. Das einzige, was mich wirklich verletzen kann ist, dass er sich trennt.

Ich hoffe so sehr, dass ihm geholfen wird und dass er den Weg zurück zu mir findet.
Bitte hofft mit mir mit, schickt uns positive Gedanken.
Ich will ihn nicht aufgeben. Er ist doch mein Doctor und ich sein impossible girl.

13.5.14 21:04, kommentieren